Das Gelübde ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Dominik Graf aus dem Jahr 2007. Das Drehbuch basiert auf dem 1999 erschienenen, gleichnamigen Roman von Kai Meyer.
Historischer Hintergrund
Der Dichter und Lebemann Clemens Brentano will seinen bohemen Lebensstil aufgeben. Zum Katholizismus konvertiert, legte er 1817 die Generalbeichte ab. In dieser kontemplativen Phase verbindet seine Dichtung, wie es die an Luise Hensel gewidmete Lyrik (u. a. O schweig nur Herz und Ich bin durch die Wüste gezogen) zeigt, geschickt zeitgenössische Elemente der Frühromantik mit religiösen und erotischen Themen. So begibt er sich nicht zufällig im Jahre 1818 ins westfälische Dülmen, wo er auf Anna Katharina Emmerick trifft, die seinem Entschluss, den weltlichen Dingen vollständig abzuschwören und sich ganz der „wundervollen Geistigkeit“ hinzugeben, bestärkt. Er löst seinen Berliner Hausstand auf und stiftet den versteigerten Erlös mildtätigen Zwecken, um die nächsten sechs Jahre in Dülmen die Visionen der Nonne an deren Krankenlager in vierzig Foliobänden aufzuzeichnen. Wie sich in Untersuchungen, die während des ersten Seligsprechungsverfahrens Anna Katharina Emmericks unternommen wurden, erwies, vermischte Brentano in seinen Aufzeichnungen ihre Aussagen mit eigenen Anmerkungen sowie dichterischen Passagen, weshalb es nach heutigem Kenntnisstand schwierig ist, den Inhalt dieser Visionsprotokolle zu bewerten.
Seit 1813 weist der Körper der Nonne Anna Katharina Emmerick die Stigmata des am Kreuz gestorbenen Jesu Christi auf. Die Wunden an Füßen, Händen, Brust und Stirn bluten in bestimmten Abständen. Anna Katharina Emmerick schildert Visionen von Ereignissen aus der Bibel. Ihre Schwester Gertrud, die nicht möchte, dass die Bettlägerige wie ein exotisches Tier begafft wird, kann die vielen Gläubigen kaum abwehren, die Anna Katharina Emmerick besuchen wollen.